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« BVDW: Zehn Regeln für Social Media mit Bauchgefühl und Ratio
 
Sonntag, 01. August 2010

Social Media für Unternehmer

Vorwort und Einleitung des Buches.

Als mich der Linde Verlag ansprach, ob ich dieses Buch schreiben wollte, war ich einerseits begeistert, weil mich das Thema Social Media fasziniert. Andererseits ist es viel Aufwand, ein Buch neben dem Tagesgeschäft zu schreiben. Als die Wirtschaftswoche als Kooperationspartner hinzukam, war mein Entschluss jedoch schnell gefasst: „Ja, ich schreibe es!“ Und nun halten Sie es in Händen.

Wie ich es geschafft habe? Nun, ich habe mich daran erinnert, was ich in Kanada beim Creative Writing gelernt habe: kollaboratives Schreiben! Das heißt: Schreiben im offenen Austausch mit anderen Menschen. Zum Beispiel mit Menschen, die mir im Rahmen von Experten-Interviews ihr qualifiziertes Wissen für dieses Buch zur Verfügung gestellt haben.

Zum Beispiel Testleser, die mir jede Woche Feedback gegeben haben, das ich direkt in das Buch einarbeiten konnte. Zudem profitierte ich vom interaktiven Austausch in Facebook, auf Xing, Twitter und in Blogs, wo ich viele Anregungen erhalten habe. Auch die Social Media Akademie muss ich hier lobend erwähnen, die Wissen auf hohem Niveau vermittelt.

„Social Media für Unternehmer“ entstand durch eigene Erfahrungen mit Social-Media-Projekten und nach umfassenden Recherchen. Durch viele persönliche Gespräche und Experten-Interviews fasst das Buch das Know-how vieler Menschen zusammen.

In jedem Social-Media-Projekt gilt es, kompetente Menschen für einen fundierten Dialog zu finden, die Ressourcen klug managen und den Erkenntnisprozess fließen zu lassen. So habe ich mir beim Schreiben des Buches die Vorteile der sozialen Medien selbst zunutze gemacht, deren Grundprinzipien liegen dem Werk zugrunde: Tempo, Dialog und Interaktivität.

Alle Inhalte sind nach besten Wissen und Gewissen recherchiert. Trotzdem ist aber eines klar: Dieses Buch kann nicht mit dem dynamischen Tempo von Social Media mithalten. Wohl aber kann es spannende Social-Media-Inhalte komprimiert und unterhaltsam vermitteln.

In jedem Kapitel finden Sie praktische Anleitungen und prägnante Analysen der relevanten Einzelfaktoren, auf die es ankommt. Das Buch gibt viele Anregungen und Impulse zur systematischen Optimierung Ihres Geschäfts. Es enthält interessante Praxisbeispiele, wertvolle Impulse und konkrete Tipps.

Es erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen und interaktiver Dialog sind daher herzlich willkommen. Dieses Buch wird sozusagen online weitergeschrieben – im Blog und auf unserer Facebook-Fanpage. Wir freuen uns über Ihr Feedback, über anregende Diskussionen und sind offen für Ihre aktuellen Ergänzungen:

 

Herzlichen Dank an alle Beteiligen!

  • Experten-Team: Dr. Willms Buhse, Klaus Eck, Edgar Geffroy, Mirko Lange, Martin Müller, Joachim Rumohr, Evrim Sen, Thorsten Schwarz, Melanie Tamble, Dr. Carsten Ulbricht, Monika Zehmisch.
  • Unternehmensbeiträge: Coca Cola, Deutsche Telekom, IBM, Grohe, Lufthansa, Mercedes Benz, Nutella
  • Testleser: Dirk Carstens, Annette Elias, Marc Trützschler, Marcel Schöne, Andreas Surendorf, Karen Thiel, Julia Tholen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Claudia Hilker

Einleitung: Social Media Business

Unter Social Media werden soziale Netzwerke verstanden, die als Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen dienen. Es handelt sich um soziale Netzwerke, Blogs, Online- und Video-Zusammenarbeit. Dazu zählt auch „User Generated Content“, also Web-Inhalte, die von den Benutzern erstellt und geteilt werden. Dies macht aus dem bisher passiven und konsumorientierten Web eine Plattform zur aktiven Teilnahme. Social Media basiert auf den Web 2.0-Technologien, wodurch eine Reihe interaktiver Elemente entstanden sind. Der Begriff „Mitmach-Web“ beschreibt es treffend, denn die neuen Plattformen ermöglichen die Erstellung und den Austausch von gemeinsamen Inhalten (Text, Video, Audio), eben User Generated Content.

Social Media ist ein sehr junges Thema. In vielen Bereichen fehlen noch fundierte Erkenntnisse. Das heißt, Buchprojekte wie dieses leisten Pionierarbeit. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man sich intensiver mit der Thematik beschäftigt. Das sollte aber nicht dazu führen, dass man sozialen Medien mit abwartender Haltung begegnet. Ganz im Gegenteil ist es notwendig, sich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen, denn der Siegeszug von Xing, Twitter, YouTube und Co. ist unaufhaltsam. Social Media sind kein Trend, der bald wieder verschwinden wird. Dazu gibt es schon zu viele Erfolgsgeschichten, von denen einige auch in diesem Buch behandelt werden. Doch viele Unternehmen sind von ihren Social-Media-Aktivitäten anfänglich enttäuscht, weil sie die neuen Einstellungen, Werte und Herangehensweise nicht kennen oder nicht verstanden haben. Es lohnt sich also, sich mit diesem neuen, spannenden Thema intensiv zu befassen.

Marketing-Budgets werden verstärkt in Social Media investiert
In einer Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) gaben mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die Budgets für Social Media steigen. Der Grund liegt darin, dass man viele Zielkunden mit traditioneller Werbung nicht mehr erreicht. Für die Markenkommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kundenbetreuung und den Vertrieb wird eine Social-Media-Präsenz immer wichtiger.

Freunden vertraut man mehr als Werbung
Laut Nielsen vertrauen 78 Prozent der Konsumenten ihrem persönlichen Netzwerk und nur 14 Prozent der Werbung. Empfehlungen von Freunden, Kollegen und Bekannten wirken viel stärker als traditionelle Werbung. Da sich über soziale Medien immer mehr Menschen miteinander vernetzen, entsteht auf diesen Plattformen neue und vielfältige Kommunikation über Produkte, Marken und Unternehmen. Nutzer stellen eigene Texte, Bilder und Videos ins Netz, teilen mit, was sie gerade tun, und bewerten die Inhalte anderer Nutzer. Viele beschreiben die aktuellen Entwicklungen als Revolution, weil sie Machtverhältnisse, Kommunikationsmuster und Verhaltensweisen massiv verändert haben. Auch Kaufentscheidungen werden dadurch entscheidend geprägt. Persönliche Netzwerke werden deshalb in Zukunft auch immer wichtiger für das Marketing.

Die neue Spielregeln des Social Web
In Netzwerken wie Facebook nennen sich Menschen „Freunde“, die sich im wahren Leben eher als Bekannte oder Geschäftspartner bezeichnen würden. Weil man sich in Facebook oder StudiVZ persönlicher präsentiert und die Grenzen zwischen privat und beruflich oftmals verschwimmen, ist das Risiko größer, wenn man dort geschäftlich Vertrauliches preisgibt. Ein Mitarbeiter, der über Social Web Betriebsgeheimnisse ausplaudert, riskiert eine Abmahnung oder Kündigung. Deshalb ist es wichtig, die rechtlichen Fallstricke zu kennen und zu meiden.

Unternehmerisches Handeln steht mit Social Media mehr denn je im Fokus der Öffentlichkeit. Informationen über das Unternehmen, die nach außen gelangen, sind immer schwerer zu kontrollieren. Durch Social Media können aber auch neue Lösungen gefunden werden, die dem Unternehmen ein positives Image und auch mehr Gewinn bringen. Wer die Spielregeln für erfolgreiche Social-Media-Relations kennt und befolgt, kann von einem Imagegewinn für sein Unternehmen, einem größeren Bekanntheitsgrad und einer Erhöhung der Reichweite profitieren. Allerdings muss man sich davon verabschieden, Social Media kontrollieren zu wollen.

Führungskräfte und soziale Medien
80 Prozent der deutschen Führungskräfte sind in sozialen Medien engagiert. Dies hat eine Online-Umfrage Deutscher Telekom, defacto.x und Selbst-GmbH unter 477 Führungskräften in Deutschland ergeben. Doch was heißt „engagiert“? Viele haben zwar einen Facebook- oder Twitter-Account, doch deren Inhalt ist oft mehr als abschreckend: Tweets mit Werbung oder Ego-Meldungen sowie leere Fanpages. Das wirkt negativ. Persönliches Engagement und Beziehungspflege sind notwendig, wenn man auf diesen Kanälen Erfolg haben will. Das Minimum ist eine kontinuierliche Social-Media-Betreuung, wobei vorab analysiert werden sollte, welche Kanäle für welche Kommunikationsziele relevant sind.

Alle Unternehmensbereiche profitieren durch den Social-Media-Einsatz
Der Geschäftsführer gewinnt damit mehr Aufmerksamkeit. Das Marketing generiert stärkeren Traffic über die neuen Kanäle. Der Vertrieb findet neue Plattformen, um Netzwerke aufzubauen. Die PR-Abteilung kann auf diese Weise News noch besser verbreiten. Die Marktforschung beobachtet damit die Reputation und das Personalwesen präsentiert sich auf diesem Weg als attraktive Arbeitgeber-Marke und findet neue Mitarbeiter.

 
 

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